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Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

Der Vorstand steuert die Bereiche anhand von strategischen und operativen Vorgaben und verschiedenen finanziellen Kenngrößen. So ist im Rahmen unserer Wachstumsstrategie das organische Wachstum eine wichtige Steuerungsgröße. Darüber hinaus ist das operative Ergebnis (EBIT) ein geeigneter Parameter, um die Ertragskraft der Bereiche zu messen.

Zudem ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ein guter Indikator für die Fähigkeit der Bereiche, finanzielle Überschüsse zu erzielen und finanzielle Verpflichtungen zu bedienen. Die Zielgrößen, an denen der Vorstand die Unternehmensbereiche misst, sind im Konzern so gewählt, dass sie alle Erträge und Aufwendungen beinhalten, die im Entscheidungsbereich dieser Segmente liegen. Den Beitrag unserer Bereiche zum operativen Cashflow steuern wir zudem durch die Kenngrößen Forderungslaufzeit und Vorratsreichweite.

Die Kapitalbeschaffung ist eine zentrale Konzernaufgabe, die nicht dem Einfluss der Unternehmensbereiche unterliegt. Daher gehen Zinsaufwendungen für die Finanzierung nicht in deren Zielgrößen ein. Das Gleiche gilt für Steueraufwendungen.

Eine weitere wichtige Steuerungsgröße auf Konzernebene ist der Verschuldungsgrad, d. h. das Verhältnis der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum EBITDA. Diese Kennzahl gibt darüber Aufschluss, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Unternehmensbereiche des Konzerns verfügen über bedeutende Marktpositionen und sind in wachsenden und größtenteils nichtzyklischen Märkten aktiv. Sie zeichnen sich durch überwiegend stabile, planbare und nachhaltige Cashflows aus, da unsere Kunden mehrheitlich über eine hohe Kreditqualität verfügen. Daher kann sich der Konzern über einen relativ höheren Anteil an Fremdkapital finanzieren als Unternehmen in anderen Branchen.

Auf Konzernebene bewerten wir unsere Unternehmensbereiche und ihren Beitrag zur Wertentwicklung des Konzerns durch die Rendite auf das betriebsnotwendige Vermögen (ROOA) und auf das investierte Kapital (ROIC). Der ROIC belief sich im Konzern auf 9,0 % (2011: 8,8 %), der ROOA auf 11,0 % (2011: 10,9 %). Der sehr gute Ergebnisanstieg in allen Unternehmensbereichen korrespondiert mit einer Zunahme der Bilanzsumme aufgrund des Wachstums des bestehenden Geschäfts und von Akquisitionen. Bei der Berechnung des ROIC wirkt sich in der Position Investiertes Kapital der Firmenwert in Höhe von 15,0 Mrd € als maßgebliche Einflussgröße aus. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass rund 64 % des Firmenwerts auf die strategisch bedeutsamen Akquisitionen von National Medical Care im Jahr 1996, Renal Care Group und HELIOS Kliniken jeweils im Jahr 2006, APP Pharmaceuticals im Jahr 2008 sowie Liberty Dialysis Holdings im Jahr 2012 entfallen, die die Marktstellung des Fresenius-Konzerns erheblich gestärkt haben. Für unser Geschäft erwarten wir zukünftig eine Steigerung von ROIC und ROOA.

Die Übersicht zeigt den ROIC und den ROOA nach Unternehmensbereichen:

  ROIC ROOA
in % 2012 2011 2012 2011
1 ROIC: Geringes investiertes Kapital aufgrund erhaltener Anzahlungen und Kassenbestand
Fresenius Medical Care 8,1 8,7 11,4 12,0
Fresenius Kabi 10,3 10,0 12,3 12,4
Fresenius Helios 8,4 8,3 8,2 8,4
Fresenius Vamed1 - - 12,8 16,0
Konzern 9,0 8,8 11,0 10,9

  ROIC ROOA
in % 2012 2011 2012 2011
1 ROIC: Geringes investiertes Kapital aufgrund erhaltener Anzahlungen und Kassenbestand
Fresenius Medical Care 8,1 8,7 11,4 12,0
Fresenius Kabi 10,3 10,0 12,3 12,4
Fresenius Helios 8,4 8,3 8,2 8,4
Fresenius Vamed1 - - 12,8 16,0
Konzern 9,0 8,8 11,0 10,9

Unsere Kapitalkosten berechnen wir als gewogenes Mittel der Kosten für Eigen- und Fremdkapital. Dieser durchschnittliche Gesamtkapitalkostensatz (WACC – Weighted Average Cost of Capital) betrug im Jahr 2012 für Fresenius Medical Care 5,8 %, für die übrigen Unternehmensbereiche 5,4 %. Die im Jahr 2012 im Fresenius-Konzern erwirtschaftete Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) von 9,0 % übersteigt den WACC deutlich.

Unsere Investitionen steuern wir grundsätzlich über einen detaillierten Abstimmungs- und Evaluierungsprozess. In einem ersten Schritt legt der Vorstand, ausgehend von Investitionsanträgen, das Investitionsbudget für den Konzern und Investitionsschwerpunkte fest. In einem zweiten Schritt ermitteln die entsprechenden Bereiche sowie ein konzerninterner Ausschuss (AIC – Acquisition & Investment Council) die einzelnen Projekte und Maßnahmen unter Berücksichtigung der Gesamtstrategie, des Gesamtbudgets sowie der Renditeanforderungen und Renditepotenziale. Die Investitionsprojekte werden auf Basis allgemein gängiger Methoden bewertet, wie der internen Zinsfuß- und Kapitalwertmethode. Schließlich wird den Vorstandsgremien bzw. den Geschäftsführungen der Unternehmensbereiche sowie dem Vorstand der Fresenius Management SE oder deren Aufsichtsrat das jeweilige Investitionsprojekt zur Genehmigung vorgelegt, wenn es eine bestimmte Größenordnung überschreitet.

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