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Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Verglichen mit anderen Branchen ist er weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen und konnte in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittlich wachsen.

Wesentliche Wachstumsfaktoren sind

  • der zunehmende Bedarf an medizinischer Behandlung, den eine alternde Gesellschaft mit sich bringt,
  • die wachsende Zahl chronisch kranker und multimorbider Patienten,
  • die steigende Nachfrage nach innovativen Produkten und Therapien,
  • der medizintechnische Fortschritt,
  • das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, das zu einem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen und -einrichtungen führt.

In den Schwellenländern sind die Wachstumstreiber darüber hinaus

  • stetig zunehmende Zugangsmöglichkeiten und steigende Nachfrage nach medizinischer Basisversorgung sowie
  • steigendes Volkseinkommen und damit höhere Ausgaben im Gesundheitssektor.

Zugleich steigen die Kosten der gesundheitlichen Versorgung und beanspruchen einen immer höheren Anteil am Volkseinkommen. Die Gesamtausgaben für Gesundheit der OECD-Länder im Jahr 2010 beliefen sich im Durchschnitt auf 9,5 % des BIP. Dies entspricht durchschnittlich 3.268 US$ pro Kopf. Die höchsten Ausgaben pro Kopf verzeichneten wie in den Vorjahren die USA (8.233 US$), gefolgt von Norwegen (5.388 US$) und der Schweiz (5.270 US$). Deutschland belegt mit 4.338 US$ den neunten Rang im OECD-Ländervergleich.

ANTEIL DER GESUNDHEITSAUSGABEN AM BIP


in % 2010 2000 1990 1980 1970
Quelle: OECD-Gesundheitsdaten 2012
USA 17,6 13,6 12,2 9,0 7,1
Frankreich 11,6 10,1 8,4 7,0 5,4
Deutschland 11,6 10,3 8,3 8,4 6,0
Schweiz 11,4 10,2 8,2 7,3 5,4

in % 2010 2000 1990 1980 1970
Quelle: OECD-Gesundheitsdaten 2012
USA 17,6 13,6 12,2 9,0 7,1
Frankreich 11,6 10,1 8,4 7,0 5,4
Deutschland 11,6 10,3 8,3 8,4 6,0
Schweiz 11,4 10,2 8,2 7,3 5,4

Im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise haben sich die Wachstumsraten der Gesundheitsausgaben vieler OECD-Länder deutlich verlangsamt oder waren sogar negativ. In Deutschland erhöhten sich die Ausgaben jedoch im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 real um 2,6 %.

Die Gesundheitsausgaben der OECD-Länder wurden im Jahr 2010 durchschnittlich zu 72,7 % aus öffentlichen Mitteln finanziert. Ausnahmen bildeten Chile, die USA und Mexiko, wo der Anteil des öffentlichen Sektors unter 50 % lag. Die höchsten Anteile öffentlicher Finanzierung – jeweils über 80 % – verzeichneten u. a. die Tschechische Republik, Japan (2009), die Niederlande, Neuseeland und mehrere nordische Länder wie Dänemark, Schweden und Norwegen. In Deutschland lag der staatliche Anteil im Jahr 2010 bei 76,8 %.

Die Lebenserwartung in den meisten OECD-Staaten hat sich in den letzten Jahrzehnten dank besserer Lebensbedingungen, intensiverer Gesundheitsvorsorge sowie durch Fortschritte bei der medizinischen Versorgung erhöht. Im Jahr 2010 betrug sie im Durchschnitt 79,8 Jahre. Von allen OECD-Ländern hat Japan mit 83 Jahren die höchste Lebenserwartung, gefolgt von der Schweiz und Spanien. In Deutschland lag die Lebenserwartung bei 80,5 Jahren.

Um die stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen zu begrenzen, werden zunehmend die Versorgungsstrukturen überprüft und Kostensenkungspotenziale identifiziert. Doch Rationalisierungen allein reichen nicht aus, um den Kostendruck zu kompensieren, der vom medizinischen Fortschritt und vom demografischen Wandel ausgeht. Verstärkt schaffen marktwirtschaftliche Elemente Anreize, im Gesundheitswesen kosten- und qualitätsbewusst zu handeln. Gerade durch eine verbesserte Qualität lassen sich die Behandlungskosten insgesamt reduzieren. Darüber hinaus gewinnen Vorsorgeprogramme ebenso an Bedeutung wie innovative Vergütungsmodelle, die an die Behandlungsqualität geknüpft sind.

Im Juni 2012 hat der Oberste Gerichtshof in den USA die Gesundheitsreform gebilligt, nachdem die bereits im Jahr 2010 verabschiedete Reform von verschiedenen Bundesgerichten in Teilen für verfassungswidrig erklärt worden war. Rund 46 Millionen Menschen ohne Krankenversicherungsschutz und somit etwa 15 % der Bevölkerung sollen schrittweise Zugang zu einer Krankenversicherung erhalten. Eine Grundversicherung wird ab dem Jahr 2014 zur Pflicht. Größere Unternehmen müssen ihren Arbeitnehmern eine Krankenversicherung anbieten, während kleine Unternehmen und einkommensschwache Haushalte eine staatliche Beihilfe zum Abschluss einer Krankenversicherung erhalten.

Quellen: OECD-Gesundheitsdaten 2012; Banken-Research; Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, Gesundheitsreform in den USA, Juni 2010; Website des Weißen Hauses (www.whitehouse.gov)


Unsere wichtigsten Märkte haben sich wie folgt entwickelt:

Der Dialysemarkt

Das Volumen des weltweiten Dialysemarktes schätzen wir für das Jahr 2012 auf rund 75 Mrd US$. Das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 2 % (währungsbereinigt 4 %). Davon entfiel ein Umsatz von etwa 62 Mrd US$ auf Dialysedienstleistungen (inklusive Dialysemedikamenten) und ein Umsatz von rund 13 Mrd US$ auf Dialyseprodukte.

Die Zahl der Dialysepatienten stieg weltweit um rund 7 % auf rund 2,3 Millionen. Die regionale Aufteilung zeigt die folgende Grafik:

Die Prävalenzrate, also die relative Zahl der an terminaler Niereninsuffizienz behandelten Menschen pro Million Einwohner (PME), fällt regional sehr unterschiedlich aus. Gerade in Entwicklungsländern kann sie bei weit unter 100 liegen. Im Durchschnitt liegt der Wert der Länder der Europäischen Union bei etwas mehr als 1.000. Sehr hohe Werte weisen beispielsweise Länder wie Taiwan, Japan und die USA auf. Hier liegen die Werte zum Teil deutlich über 2.000.

Dies lässt sich zum einen erklären durch Unterschiede in der Altersstruktur und in den Risikofaktoren für Nierenerkrankungen, wie Diabetes und Bluthochdruck, sowie durch genetische Disposition und kulturelle Unterschiede, wie etwa in der Ernährung. Zum anderen ist der Zugang zu Dialysebehandlungen in vielen Ländern so begrenzt, dass viele Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz überhaupt nicht behandelt werden und deshalb nicht in der Prävalenzrechnung erfasst sind.

In den USA, in Japan sowie in West- und Mitteleuropa verzeichnete Fresenius Medical Care im Jahr 2012 unterdurchschnittliche Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten.

In diesen Regionen ist die Prävalenz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung, zumeist der Dialyse, sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen dagegen sind die Wachstumsraten überdurchschnittlich. Ein Hinweis darauf, dass der Zugang zur Dialysebehandlung in diesen Ländern derzeit noch beschränkt ist und schrittweise verbessert wird.

Neben einem leichteren Zugang zur Dialyse und damit der genaueren Erfassung der Patienten führen jedoch auch weitere Faktoren zum Anstieg der weltweiten Prävalenz, etwa die zunehmende Verbreitung der nierenschädigenden Krankheiten Diabetes und Bluthochdruck sowie die allgemeine Alterung der Weltbevölkerung durch den wachsenden medizinischen Fortschritt.

Dialysedienstleistungen

Von den rund 2,3 Millionen Patienten, die im Jahr 2012 eine regelmäßige Behandlung erhielten, unterzogen sich etwa 89 % der Hämodialyse. Rund 11 % haben sich für eine Peritonealdialyse entschieden. Die überwiegende Mehrheit der Patienten wurde in einer der weltweit rund 33.400 Dialysekliniken versorgt, von denen jede im Durchschnitt 70 Patienten betreut.

Je nachdem, ob die Gesundheitssysteme in den einzelnen Ländern eher staatlich oder privatwirtschaftlich organisiert sind, unterscheiden sich die Organisationsstrukturen erheblich: So werden in den USA die meisten der rund 5.900 Dialysekliniken privat und nur etwa 1 % staatlich betrieben. In der Europäischen Union hingegen werden rund 57 % der etwa 5.400 Dialysekliniken von der öffentlichen Hand geführt. In Japan spielen private Nephrologen eine wichtige Rolle. In den von ihnen betriebenen Dialysezentren werden etwa 80 % der Dialysepatienten versorgt.

In den USA ist der Markt für Dialysedienstleistungen bereits stark konsolidiert: Fresenius Medical Care und der zweitgrößte Anbieter von Dialysedienstleistungen – DaVita – versorgen zusammen über 70 % aller Patienten. Im Jahr 2012 hat Fresenius Medical Care seine marktführende Position auf etwa 37 % ausgebaut.

Außerhalb der USA ist der Markt für Dialysedienstleistungen äußerst fragmentiert: Hier konkurriert Fresenius Medical Care insbesondere mit unabhängigen Einzelkliniken und solchen, die Krankenhäusern angegliedert sind. Fresenius Medical Care betreibt 1.078 Dialysekliniken in 40 Ländern und behandelt mehr als 93.000 Patienten. Damit verfügt das Unternehmen über das mit Abstand größte und internationalste Dialysenetzwerk.

Die Zahl der Peritonealdialysepatienten betrug im Jahr 2012 weltweit rund 250.000. Fresenius Medical Care hat einen Marktanteil von rund 20 %, gemessen am Umsatz. Fresenius Medical Care ist nach Baxter weltweit die Nummer zwei in diesem Markt. In den USA belief sich unser Marktanteil auf 42 %.

Die Vergütungssysteme für die Dialysebehandlung unterscheiden sich von Land zu Land, oft variieren sie sogar innerhalb einzelner Länder. In den USA erstatten die staatlichen Träger die Kosten für die Behandlung von terminalem Nierenversagen. Die staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramme Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) stellen für die überwiegende Mehrheit aller US-amerikanischen Dialysepatienten die medizinische Versorgung im Land sicher. Im Jahr 2012 resultierten ungefähr 32 % des Umsatzes der Fresenius Medical Care aus Erstattungen des CMS. Änderungen in der Kostenerstattung des CMS haben daher eine besondere Bedeutung für unser Geschäft in Nordamerika.

Dialyseprodukte

Zu den wichtigsten Produkten im Dialysemarkt zählen Dialysatoren, Hämodialysegeräte, Konzentrate und Dialyselösungen sowie Produkte für die Peritonealdialyse. Fresenius Medical Care ist im Dialyseproduktgeschäft mit einem Marktanteil von rund 33 % weltweit das führende Unternehmen, gefolgt von Baxter mit 19 % und Gambro mit 12 %. Somit versorgen diese drei Hersteller circa 64 % des Marktes, gemessen am Umsatz. Die Anteile der übrigen, mehrheitlich japanischen Anbieter liegen jeweils im einstelligen Prozentbereich.

Dialysatoren bilden die größte Produktgruppe. Das weltweite Absatzvolumen belief sich im Jahr 2012 auf rund 222 Millionen Stück. Davon hat Fresenius Medical Care circa 100 Millionen Stück produziert, also fast die Hälfte.

Ein noch besseres Bild ergibt sich bei Hämodialysegeräten: Von den mehr als 77.000 verkauften Geräten stammen rund 55 % von Fresenius Medical Care. In den USA stammen mehr als 90 % der Dialysegeräte, die dorthin verkauft wurden, von Fresenius Medical Care. Im Jahr 2012 war China nach den USA unser zweitgrößter Absatzmarkt für neu verkaufte Hämodialysegeräte. Wir haben dorthin mehr als 5.000 Stück geliefert. Mittlerweile stammen circa die Hälfte der Geräte, die in China eingesetzt werden, von Fresenius Medical Care.

Der Markt für Infusions- und Ernährungstherapien, I.V.-Arzneimittel und medizintechnische Produkte sowie Transfusionstechnologie

Im Markt für Infusionstherapien und klinische Ernährung gewinnen angesichts des allgemeinen Kostendrucks in Europa solche Therapien an Bedeutung, die eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung bieten und gleichzeitig ökonomisch vorteilhaft sind. Wie Studien belegen, lassen sich durch die Gabe von Nahrungssupplementen bei krankheits- und altersbedingter Mangelernährung Krankenhauskosten in Höhe von durchschnittlich 1.000 € pro Patient einsparen – durch kürzere Liegezeiten und geringeren Pflegebedarf.

Schätzungen gehen davon aus, dass bei 20 Millionen Menschen in der Europäischen Union das Risiko einer Mangelernährung besteht. 10 % der über 65-Jährigen und 20 % der über 75- bis 80-Jährigen, die zu Hause leben, sind mangelernährt. Die daraus entstehenden Kosten werden auf rund 120 Mrd € jährlich in der Europäischen Union geschätzt.

In Europa wächst der Markt für Infusionstherapien im niedrigen einstelligen Prozentbereich und der Markt für klinische Ernährung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Wachstumsregionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika hingegen verzeichnen Steigerungsraten im hohen einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich.

Fresenius Kabi geht nach eigenen Erhebungen davon aus, dass das für sie potenziell relevante Marktvolumen für Infusionstherapien in einer Größenordnung von rund 5 Mrd € liegt, für klinische Ernährung bei rund 6 Mrd €.

Wir erwarten, dass die Nachfrage nach generischen Arzneimitteln weiter steigen wird. Generische Arzneimittel sind deutlich preisgünstiger und daher gesundheitsökonomisch vorteilhafter als Originalpräparate. Sie tragen schon heute unverzichtbar zur Sicherung der Gesundheitsversorgung bei. Das Bestreben, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, richtet sich nach unserer heutigen Sicht verstärkt auf die Preisbildung für patentgeschützte Arzneimittel sowie auf verschreibungspflichtige Arzneimittel im Apothekenmarkt.

Der Markt für generische I.V.-Arzneimittel ist grundsätzlich charakterisiert durch ein moderates Volumenwachstum, stetigen Preisrückgang und starken Wettbewerb. Für Zuwächse sorgen im Wesentlichen neue generische Produkte, die auf den Markt kommen, wenn der Patentschutz des Originalpräparats abgelaufen ist. Der Markt für generische I.V.-Arzneimittel wächst in Europa und in den USA im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wir erwarten, dass der Markt für I.V.-Arzneimittel, die zwischen den Jahren 2013 und 2022 in den USA ihren Patentschutz verlieren, kumuliert rund 18 Mrd US$ betragen wird. Diese Werte basieren auf den Umsätzen der Originalpräparate im Jahr 2011 und enthalten nicht die für Generika üblichen Preisabschläge. Wir sehen daher für generische Arzneimittel noch erhebliches Wachstumspotenzial.

Nach eigenen Erhebungen geht Fresenius Kabi davon aus, dass sich das für sie potenziell relevante Marktvolumen für intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel in einer Größenordnung von rund 10 Mrd € bewegt.

Der Markt für medizintechnische Produkte für die Infusionstherapie, I.V.-Arzneimittel und klinische Ernährung wächst weltweit im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wachstumstreiber sind hier insbesondere technologische Innovationen, die die Anwendung sicherer machen und die Effizienz der Therapie erhöhen.

Das für Fresenius Kabi potenziell relevante Marktvolumen für medizintechnische Produkte (ohne Japan) beträgt nach unseren Erhebungen rund 2,3 Mrd €.

Der Markt für Transfusionstechnologie wächst weltweit im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wachstumstreiber der Transfusionstechnologie ist vor allem der steigende Bedarf an Produkten und Geräten für die Gewinnung und die Verarbeitung von Blut.

Das potenziell relevante Marktvolumen für Transfusionstechnologie (ohne Japan) beträgt nach Erhebungen von Fresenius Kabi rund 2 Mrd €.

Eine Aufteilung nach Regionen des gesamten potenziell relevanten Marktvolumens von Fresenius Kabi stellt sich wie folgt dar:

in Mrd € Nordamerika / Europa Asien-Pazifik / Lateinamerika / Afrika
1 Ohne Japan
Klinische Ernährung 4,4 1,8
I.V.-Arzneimittel 8,3 1,5
Infusionstherapie 2,1 3,1
Medizintechnische Produkte / Transfusionstechnologie1 3,3 1,0

in Mrd € Nordamerika / Europa Asien-Pazifik / Lateinamerika / Afrika
1 Ohne Japan
Klinische Ernährung 4,4 1,8
I.V.-Arzneimittel 8,3 1,5
Infusionstherapie 2,1 3,1
Medizintechnische Produkte / Transfusionstechnologie1 3,3 1,0

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. 2009; Ljungqvist O., Clin Nutr 2010, 29:149-150; Eigene Erhebung, Marktdaten beziehen sich auf die für Fresenius Kabi potenziell relevanten, adressierbaren Märkte. Sie unterliegen zudem jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von Veränderungen der Währungsrelationen und von Patentabläufen der Originalpräparate im Markt der I.V.-Arzneimittel; IMS


Der deutsche Krankenhausmarkt

Im Jahr 2011 betrug das Gesamtvolumen der Krankenhausleistungen in Deutschland rund 81 Mrd €1. Rund 61 % der Krankenhauskosten werden für Personalkosten, 39 % für Sachkosten aufgewendet. Personal- und Sachkosten erhöhten sich im Jahr 2011 jeweils um rund 4 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Jahr 2011 gab es in Deutschland 2.045 Krankenhäuser (2010: 2.064). Die Zahl der Betten verringerte sich leicht auf 502.029 (2010: 502.749) und im Durchschnitt der letzten fünf Jahre um 0,2 %. Dennoch liegt Deutschland mit 6,14 Betten je 1.000 Einwohner noch weit über dem OECD-Durchschnitt von 3,4 Betten (2010). Die Verweildauer eines Patienten in einer Akutklinik hat bundesweit im Jahr 2011 weiter abgenommen auf 7,7 Tage (2010: 7,9 Tage). Die Anzahl der Fälle ist hingegen gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung. Im Jahr 2011 erhöhte sich die Zahl der Fälle um rund 310.000 auf insgesamt 18,3 Millionen. Pro 1.000 Einwohner entspricht das 224 Fällen (2010: 221 Fälle). In den Jahren 2007 bis 2011 ist die Fallzahl in Deutschland um durchschnittlich 1,7 % p. a. gestiegen. Die Kosten je Fall haben sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 3,0 % pro Jahr erhöht.

KENNZAHLEN ZUR STATIONÄREN VERSORGUNG IN DEUTSCHLAND


  2011 2010 2009 2008 2007 Veränderung 2011/2010
1 Nach Bruttogesamtkosten
Quelle: Statistisches Bundesamt (Kostennachweis der Krankenhäuser 2011 ist vorläufig)
Krankenhäuser 2.045 2.064 2.084 2.083 2.087 - 0,9 %
Betten 502.029 502.749 503.341 503.360 506.954 - 0,1 %
Betten je 1.000 Einwohner 6,14 6,15 6,15 6,13 6,16 - 0,2 %
Verweildauer (Tage) 7,7 7,9 8,0 8,1 8,3 - 2,5 %
Fälle (Mio) 18,34 18,03 17,82 17,52 17,18 1,7 %
Ø Kosten je Fall in €1 4.548 4.432 4.327 4.146 4.028 2,6 %

  2011 2010 2009 2008 2007 Veränderung 2011/2010
1 Nach Bruttogesamtkosten
Quelle: Statistisches Bundesamt (Kostennachweis der Krankenhäuser 2011 ist vorläufig)
Krankenhäuser 2.045 2.064 2.084 2.083 2.087 - 0,9 %
Betten 502.029 502.749 503.341 503.360 506.954 - 0,1 %
Betten je 1.000 Einwohner 6,14 6,15 6,15 6,13 6,16 - 0,2 %
Verweildauer (Tage) 7,7 7,9 8,0 8,1 8,3 - 2,5 %
Fälle (Mio) 18,34 18,03 17,82 17,52 17,18 1,7 %
Ø Kosten je Fall in €1 4.548 4.432 4.327 4.146 4.028 2,6 %

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland hat sich im Jahr 2011 weiter verschärft. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Krankenhaus Instituts. Danach erwirtschafteten rund 55 % der Einrichtungen einen Jahresüberschuss und rund 14 % ein ausgeglichenes Ergebnis. Fast jedes dritte Krankenhaus (31 %) schrieb Verluste.

Die vielfach schwierige wirtschaftliche und finanzielle Situation der Kliniken geht einher mit einem enormen Investitionsbedarf. Der Investitionsstau ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, da die Bundesländer ihrer gesetzlichen Verpflichtung, notwendige Investitionen und größere Instandhaltungsmaßnahmen zu finanzieren, nicht ausreichend nachkommen konnten. Gleichzeitig steigern medizinischer und technologischer Fortschritt, erhöhte Qualitätsanforderungen und notwendige Modernisierungen den Bedarf an Investitionen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) schätzt die Investitionslücke in deutschen Kliniken auf rund 30 Mrd €.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich der Privatisierungstrend im deutschen Krankenhausmarkt im Jahr 2011 fortgesetzt: Die privaten Betreiber konnten ihren Anteil auf 17,3 % (2010: 16,9 %) erhöhen. Mit 48,4 % befand sich der größte Anteil der Krankenhausbetten jedoch weiterhin in öffentlicher Hand (2010: 48,6 %), wie die Grafik zeigt.

Nach unseren Erhebungen lag das Umsatzvolumen aus Krankenhaustransaktionen im Jahr 2012 bei rund 660 Mio €.

Qualität wird immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Krankenhausmarkt. Auch der Transparenz und Vergleichbarkeit von Behandlungsleistungen messen Patienten und Ärzte eine stetig wachsende Bedeutung zu.

Der Rehabilitationsklinikmarkt in Deutschland lag mit insgesamt 1.233 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen im Jahr 2011 etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bettenzahl betrug 170.544 (2010: 171.724). Private Träger betrieben 55,2 % aller Einrichtungen (2010: 56,1 %). Freigemeinnützige Träger unterhielten 26,0 % (2010: 25,9 %), der Anteil der Einrichtungen der öffentlichen Hand lag bei 18,9 % (2010: 17,9 %). In privaten Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen befanden sich 66,4 % (2010: 67,0 %) aller aufgestellten Betten. Die Anzahl der Betten freigemeinnütziger und öffentlicher Träger lag bei 15,7 % (2010: 15,8 %) bzw. 18,0 % (2010: 17,2 %). Die Fallzahl sank bundesweit um rund 48.700 auf 1,93 Millionen. Die durchschnittliche Verweildauer lag unverändert bei 25,4 Tagen.

1 Bruttogesamtkosten der Krankenhäuser abzüglich Wissenschaftliche Forschung und Lehre

Quellen: Statistisches Bundesamt (Kostennachweis der Krankenhäuser 2011 ist vorläufig); Deutsches Krankenhaus Institut, Krankenhaus Barometer 2012; OECD-Gesundheitsdaten 2012; Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Krankenhaus Rating Report 2012


Der Markt für Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen

Der Markt für Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen ist landesspezifisch und in starkem Maße abhängig von Faktoren wie der staatlichen Gesundheitspolitik, dem Grad der Regulierung und Privatisierung sowie wirtschaftlichen und demografischen Gegebenheiten.

In etablierten Gesundheitsmärkten mit zunehmendem Kostendruck stehen Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen vor allem vor der Herausforderung, ihre Effizienz zu steigern. Hier sind insbesondere nachhaltige Planung und energieeffiziente Errichtung, optimierte Betriebsabläufe in den Gesundheitseinrichtungen sowie die Übernahme medizintechnischer Dienstleistungen durch externe Spezialisten gefragt. Dies ermöglicht es den Krankenhäusern, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren – die Behandlung von Patienten. In den aufstrebenden Märkten hingegen gilt es, die Infrastruktur aufzubauen und weiterzuentwickeln sowie die medizinische Versorgung zu verbessern.

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