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Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Die laufenden Konsolidierungsmaßnahmen der Industrieländer werden die Weltwirtschaft auch im Jahr 2013 belasten. Die Krise im Euro-Raum und die Fiskalpolitik der USA werden die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur entscheidend beeinflussen. Die meisten Schwellenländer verfügen noch über geld- und fiskalpolitische Spielräume. Daher könnten sie eine weitere Konjunktureintrübung in den Industrieländern kompensieren und für deren Außenhandel positive Impulse geben. Nach aktuellen Schätzungen wird sich das globale BIP im Jahr 2013 um 3,1 % erhöhen.

Die beiden bedeutendsten Umsatzregionen von Fresenius sind Nordamerika und Europa mit 42 % bzw. 40 % vom Gesamtumsatz im Jahr 2012, gefolgt von der Region Asien-Pazifik mit 10 % sowie Lateinamerika und Afrika mit 6 % bzw. 2 %.

EUROPA

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie unter strengen Bedingungen bereit ist, Staatsanleihen der Peripherieländer aufzukaufen. Dieses Signal sollte ebenso wie die Errichtung einer gemeinsamen Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB das Vertrauen der Investoren in die Währungsunion stärken und zur Beruhigung der Lage beitragen.

Experten schließen nicht aus, dass die EZB den Leitzins von derzeit 0,75 % auf 0,5 % senken wird, um die Kreditvergabe anzuregen. Das eher zögerliche Investitionsverhalten sollte sich nicht unmittelbar ändern. Dies sollte die Entwicklung des BIP vor allem im 1. Halbjahr 2013 belasten. Darüber hinaus werden die weiterhin notwendigen Konsolidierungsanstrengungen die Konjunktur beeinträchtigen. So ist im Jahr 2013 im Euro-Raum insgesamt mit einem Rückgang des BIP von 0,3 % zu rechnen.

Die Peripheriestaaten Griechenland, Portugal, Italien und Spanien werden ihre Rezession vermutlich erst im Jahr 2014 überwinden. Die hohe Verschuldung dieser Staaten, ihre Konsolidierungsbemühungen und eine ungünstige Arbeitsmarktsituation werden die Wirtschaft dort im Jahr 2013 nach wie vor beeinträchtigen und für einen weiteren, wenn auch geminderten Rückgang des BIP sorgen.

Viele Experten beobachten die Entwicklung Frankreichs kritisch, zumal das Land der zweitgrößte Kreditgeber nach Deutschland für die EU-Rettungsschirme ist. Für das Jahr 2013 rechnet man mit einem Rückgang des französischen BIP um 0,3 %.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland dürfte sich im Jahr 2013 nicht wesentlich verbessern. Aufgrund steigender Haushaltseinkommen könnten vom privaten Konsum zwar positive Impulse ausgehen, unterdessen wird der Außenhandel kaum zum Wachstum beitragen. Insgesamt dürfte die Wirtschaft um 0,3 % geringfügig wachsen.

USA

Am 1. Januar 2013 haben sich die Abgeordneten des US-Kongresses auf einen Budgetkompromiss geeinigt und damit den Sturz über die sogenannte „fiskalische Klippe“ vermieden. Die Steuern werden nur für Bürger mit sehr hohem Einkommen bzw. Vermögen angehoben und die Ausgabenkürzungen vorerst um zwei Monate verschoben. Erwartungsgemäß wird der Haushaltsstreit spätestens Ende Februar erneut entbrennen. Dies schließt auch die Debatte um eine möglicherweise notwendige Anhebung der Schuldenobergrenze mit ein.

Der Immobilienmarkt in den USA scheint sich zu erholen und könnte das Wachstum unterstützen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabilisieren kann.

Selbst wenn die geplanten Einsparungen von mehr als 500 Mrd US$ teilweise aufgeschoben werden, dürfte das prognostizierte Wachstum des BIP mit 1,7 % im Jahr 2013 insgesamt geringer ausfallen als im Jahr 2012.

ASIEN

Asien wird auch im Jahr 2013 die Region mit dem stärksten Wachstum bleiben, allen voran die zwei größten Volkswirtschaften China und Indien. Es bleibt aber fraglich, ob mittelfristig wieder zweistellige Wachstumsraten wie vor der Krise erreichbar sind.

Experten erwarten, dass Chinas neue Regierung Maßnahmen ergreift, die die Wachstumsdynamik des Landes stärken. Sie sagen für das Jahr 2013 einen moderaten Anstieg der Wachstumsrate von 7,7 % auf 8,2 % voraus.

In Indien ist für das Jahr 2013 mit einer robusten inländischen Nachfrage zu rechnen. Zusammen mit dem im Herbst 2012 verabschiedeten Maßnahmenpaket dürfte sie eine Steigerung des BIP von 6,8 % bewirken.

Für Japan ist der Ausblick auf das Jahr 2013 eingetrübt. Die hohe Staatsverschuldung, die politische Unsicherheit, das schwierige Exportumfeld sowie eine Konsum- und Investitionsschwäche werden das Wachstum nachhaltig belasten. Für das Jahr 2013 ist daher mit einem BIP-Wachstum von nur 1,2 % zu rechnen.

Die übrigen asiatischen Länder dürften von steigenden Exporten und einer guten Beschäftigungslage profitieren und ein BIP-Wachstum von rund 4,0 % erzielen.

LATEINAMERIKA

Experten gehen davon aus, dass sich die Konjunktur in Lateinamerika im Jahr 2013 beleben und das BIP dort um 3,5 % zulegen wird. Das stabile Wachstum Brasiliens, der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas, wird diese Entwicklung wesentlich vorantreiben. Leicht zurückgehen könnten hingegen die bisher überdurchschnittlichen Wachstumsraten kleinerer lateinamerikanischer Länder wie Chile, Kolumbien und Peru.

Brasiliens lockere Geld- und Fiskalpolitik dürfte im Jahr 2013 den privaten und öffentlichen Konsum sowie die Investitionstätigkeit stimulieren. Vor diesem Hintergrund ist ein Anstieg des BIP-Wachstums auf 3,3 % zu erwarten.

Für Argentinien wird ein Wachstum von 2,5 % prognostiziert, beeinflusst von der guten Entwicklung des wichtigen Handelspartners Brasilien.

Für Mexiko gehen Experten davon aus, dass die Strukturreformen und eine robuste inländische Nachfrage das Wachstum stabilisieren werden: Der Zuwachs des BIP dürfte mit 3,5 % leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.


Quellen: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2012 / 2013, November 2012; Banken-Research

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