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31. Finanzinstrumente

Der Zusammenhang zwischen Klassen und Kategorien sowie die Zuordnung der Bilanzpositionen zu den Klassen wird in der folgenden Übersicht dargestellt:

Die in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate waren bis zur Fälligkeit der Anleihe in der Konzern-Bilanz in der Position kurzfristige Rückstellungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten enthalten (zu Details im Zusammenhang mit der Pflichtumtauschanleihe siehe Anmerkung 24, Pflichtumtauschanleihe). Aufgrund ihres besonderen Charakters und der unterschiedlichen Bewertung wurden die eingebetteten Derivate separat einer eigenen Klasse zugeordnet. Der Besserungsschein (CVR) wurde ebenfalls aufgrund seines Charakters und der unterschiedlichen Bewertung getrennt von seiner Bilanzposition einer eigenen Klasse zugeordnet.

Bewertung von Finanzinstrumenten

Die Buchwerte der Finanzinstrumente, gegliedert nach Kategorien, betrugen zum 31. Dezember:

in Mio € 2012 2011
1 Es bestehen keine Finanzinstrumente, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden.
Kredite und Forderungen 3.668 3.428
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 11.897 10.574
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte1 37 44
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten1 32 77
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 182 26
Keiner Kategorie zugeordnet 330 68

in Mio € 2012 2011
1 Es bestehen keine Finanzinstrumente, die beim erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden.
Kredite und Forderungen 3.668 3.428
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 11.897 10.574
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte1 37 44
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten1 32 77
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 182 26
Keiner Kategorie zugeordnet 330 68

In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte und Marktwerte sowie die Fair-Value-Hierarchiestufen der Finanzinstrumente des Fresenius-Konzerns, gegliedert nach Klassen, zum 31. Dezember dargestellt:

    2012 2011
in Mio € Fair-Value-
Hierarchiestufe
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Flüssige Mittel 1 885 885 635 635
Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte 3 3.668 3.668 3.428 3.427
Zum Marktwert bilanzierte Vermögenswerte 1 182 182 26 26
Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten 2 11.991 12.593 10.627 10.874
Zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten 2 23 23 18 18
Zum Marktwert bilanzierte Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 3 398 398 317 317
Derivate zu Sicherungszwecken 2 - 35 - 35 - 212 - 212

    2012 2011
in Mio € Fair-Value-
Hierarchiestufe
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Flüssige Mittel 1 885 885 635 635
Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte 3 3.668 3.668 3.428 3.427
Zum Marktwert bilanzierte Vermögenswerte 1 182 182 26 26
Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten 2 11.991 12.593 10.627 10.874
Zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten 2 23 23 18 18
Zum Marktwert bilanzierte Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 3 398 398 317 317
Derivate zu Sicherungszwecken 2 - 35 - 35 - 212 - 212

Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten sowie bei der Klassifizierung entsprechend der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie angewendet werden:

Flüssige Mittel werden zu ihrem Nominalwert angesetzt, der dem Marktwert entspricht.

Für die kurzfristigen Finanzinstrumente, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, stellt der Nominalwert den Buchwert dar, der aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des Marktwerts ist.

Die Marktwerte der wesentlichen langfristigen Finanzinstrumente werden anhand vorhandener Marktinformationen ermittelt. Finanzinstrumente, für die Kursnotierungen verfügbar sind, werden mit den zum Bilanzstichtag aktuellen Kursnotierungen bewertet. Der Marktwert der anderen langfristigen Finanzinstrumente ergibt sich als Barwert der entsprechenden zukünftigen Zahlungsströme. Für die Ermittlung dieser Barwerte werden die am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze und Kreditmargen des Fresenius-Konzerns berücksichtigt.

Der Marktwert des von Fresenius Medical Care an die Renal Advantage Partners, LLC gewährten Darlehens basierte auf signifikanten nicht-beobachtbaren Werten vergleichbarer Instrumente. Daher wurde die Klasse der zum Buchwert bilanzierten Vermögenswerte, welche aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und diesem Darlehen besteht, als Level 3 klassifiziert.

Die Klasse der zum Marktwert bilanzierten Vermögenswerte umfasst Bundeswertpapiere sowie Aktien. Die Marktwerte dieser Vermögenswerte werden anhand vorhandener Marktinformationen ermittelt. Daher ist diese Klasse als Level 1 klassifiziert.

Die Klasse der zum Buchwert bilanzierten Verbindlichkeiten ist als Level 2 klassifiziert.

Die Klasse der zum Marktwert bilanzierten Verbindlichkeiten ist als Level 2 klassifiziert. Sie bestand bis zur Fälligkeit der Pflichtumtauschanleihe und der Einstellung der Börsennotierung des Besserungsscheins (CVR) aus den in die Anleihe eingebetteten Derivaten und dem Besserungsschein (CVR).

Die Buchwerte der in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate und des Besserungsscheins (CVR) entsprachen deren Marktwerten. Die Pflichtumtauschanleihe wurde am 14. August 2011 fällig. Die eingebetteten Derivate waren mit Marktwerten zu bewerten, die auf Grundlage eines Black- Scholes Modells ermittelt wurden, das signifikante sonstige beobachtbare Werte verwendet. Daher wurden sie als Level 2 klassifiziert.

Der Besserungsschein (CVR) wurde an der US-Börse gehandelt und war daher bis zum 31. Dezember 2010 mit dem aktuellen Börsenkurs zu bewerten. Demzufolge wurde er als Level 1 klassifiziert. Im 1. Quartal 2011 wurde die Börsennotierung der Besserungsscheine (CVR) aufgrund des Auslaufens der zugrunde liegenden Vereinbarung eingestellt und sie sind wertlos verfallen.

Die Bewertung der Klasse der zum Marktwert bilanzierten Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen erfolgt zu signifikanten nicht-beobachtbaren Werten. Sie ist daher als Level 3 klassifiziert.

Die im Wesentlichen aus Zinsswaps und Devisentermingeschäften bestehenden Derivate werden wie folgt bewertet: Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit des jeweiligen Kontraktes verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert.

In die Ermittlung der Marktwerte der als Verbindlichkeiten bilanzierten Derivate wird das eigene Kreditrisiko einbezogen. Für die Bewertung der als Vermögenswerte bilanzierten Derivate wird das Kreditrisiko der Vertragspartner berücksichtigt.

Die Marktwert-Berechnung der Klasse der Derivate zu Sicherungszwecken basiert auf signifikanten sonstigen beobachtbaren Werten, sie sind daher entsprechend der definierten Fair-Value-Hierarchiestufen als Level 2 klassifiziert.

Derzeit gibt es keinen Hinweis auf eine mögliche Wertminderung der Finanzforderungen des Fresenius-Konzerns. Daher sind die Wertberichtigungen auf Kreditausfälle von Finanzforderungen unwesentlich.

MARKTWERTE DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE


  31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
in Mio € Vermögenswerte Verbindlichkeiten Vermögenswerte Verbindlichkeiten
1 Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate und Devisenkontrakte aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung bilden die Klasse Derivate zu Sicherungszwecken.
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 50 0 103
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 18 0 60
Devisenkontrakte (kurzfristig) 15 11 9 39
Devisenkontrakte (langfristig) 1 - 1 5
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate1 16 79 10 207
         
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 6 0 0
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 2 0 3
Devisenkontrakte (kurzfristig)1 37 9 43 58
Devisenkontrakte (langfristig)1 - - 1 1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 37 17 44 62

  31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
in Mio € Vermögenswerte Verbindlichkeiten Vermögenswerte Verbindlichkeiten
1 Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate und Devisenkontrakte aus Derivaten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung bilden die Klasse Derivate zu Sicherungszwecken.
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 50 0 103
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 18 0 60
Devisenkontrakte (kurzfristig) 15 11 9 39
Devisenkontrakte (langfristig) 1 - 1 5
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate1 16 79 10 207
         
Zinssicherungsgeschäfte (kurzfristig) 0 6 0 0
Zinssicherungsgeschäfte (langfristig) 0 2 0 3
Devisenkontrakte (kurzfristig)1 37 9 43 58
Devisenkontrakte (langfristig)1 - - 1 1
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 37 17 44 62

Derivative Finanzinstrumente werden in jeder Berichtsperiode zum Marktwert bewertet, demzufolge entsprechen die Buchwerte zum Bilanzstichtag den Marktwerten.

Auch Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden ausschließlich zur Absicherung von wirtschaftlichen Risiken eingesetzt und nicht für Spekulationszwecke abgeschlossen.

Die Derivate zu Sicherungszwecken wurden in der Konzern-Bilanz unsaldiert unter den sonstigen Vermögenswerten in Höhe von 53 Mio € und den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 88 Mio € ausgewiesen.

Der kurzfristig fällige Teil der Zinssicherungsgeschäfte und der Devisenkontrakte, der in der vorhergehenden Tabelle als Vermögenswert bzw. Verbindlichkeit gezeigt ist, wird in der Konzern-Bilanz unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten bzw. unter den kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der als Vermögenswert bzw. als Verbindlichkeit ausgewiesene langfristig fällige Teil ist in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bzw. in den langfristigen Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Die in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate waren bis zur Fälligkeit der Anleihe in der Konzern-Bilanz in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Erfolgswirksame Effekte der Finanzinstrumente

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten betrafen Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 251 Mio € sowie Transaktionen in Fremdwährung in Höhe von - 22 Mio €. Die Zinserträge in Höhe von 54 Mio € resultierten im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehen an verbundene Unternehmen. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 720 Mio € resultierten im Wesentlichen aus Finanzverbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bilanziert sind.

EFFEKT DER ALS SICHERUNGSINSTRUMENTE DESIGNIERTEN DERIVATE AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG


  2012
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge / Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 20 29 2
Devisenkontrakte 39 - 7 0
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 19 22 2
Devisenkontrakte     4
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     4
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate 19 22 6

  2012
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge / Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 20 29 2
Devisenkontrakte 39 - 7 0
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 19 22 2
Devisenkontrakte     4
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     4
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate 19 22 6

  2011
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge / Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 60 14 - 7
Devisenkontrakte - 31 -4 -
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 91 10 - 7
Devisenkontrakte     - 7
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 7
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 91 10 - 14

  2011
in Mio € im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzte Erträge / Aufwendungen (effektiver Teil) Umbuchungen aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) (effektiver Teil) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
1 Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge / Aufwendungen bestehen ausschließlich aus dem ineffektiven Anteil.
Zinssicherungsgeschäfte - 60 14 - 7
Devisenkontrakte - 31 -4 -
Als Cashflow Hedges klassifizierte Derivate1 - 91 10 - 7
Devisenkontrakte     - 7
Als Fair Value Hedges klassifizierte Derivate     - 7
Als Sicherungsinstrumente designierte Derivate - 91 10 - 14

Aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden im Jahr 2012 Aufwendungen in Höhe von 9 Mio € (2011: 8 Mio €) im Other Comprehensive Income (Loss) angesetzt.

EFFEKT DER DERIVATE OHNE BILANZIELLE SICHERUNGSBEZIEHUNG AUF DIE GESAMTERGEBNISRECHNUNG


  in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
in Mio € 2012 2011
Zinssicherungsgeschäfte - 3
Devisenkontrakte - 23 43
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate 0 - 100
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 23 - 54

  in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge / Aufwendungen
in Mio € 2012 2011
Zinssicherungsgeschäfte - 3
Devisenkontrakte - 23 43
In die Pflichtumtauschanleihe eingebettete Derivate 0 - 100
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - 23 - 54

Den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen aus als Fair Value Hedges klassifizierten Derivaten und aus Devisenkontrakten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung stehen in entsprechender Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Erträge aus den zugehörigen Grundgeschäften gegenüber.

Der Fresenius-Konzern erwartet innerhalb der nächsten zwölf Monate die erfolgswirksame Erfassung von Erträgen aus Devisenkontrakten aus dem kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) in Höhe von insgesamt 2 Mio € (netto). Aus Zinssicherungsgeschäften erwartet der Fresenius-Konzern innerhalb der nächsten zwölf Monate die erfolgswirksame Erfassung von Zinsaufwendungen in Höhe von 48 Mio €, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit anfallen.

Die Erträge und Aufwendungen aus Devisenkontrakten und den jeweiligen Grundgeschäften verteilen sich in der Gewinn- und Verlustrechnung auf die Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten und Zinsergebnis. Die erfolgswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen aus Zinssicherungsgeschäften werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis ausgewiesen. Das sonstige Finanzergebnis umfasste bis 2011 die Erträge und Aufwendungen aus der bis zum 14. August 2011 vorgenommenen Bewertung der in die Pflichtumtauschanleihe eingebetteten Derivate (siehe Anmerkung 11, Sonstiges Finanzergebnis).

MARKTRISIKO

Allgemeines

Aus der internationalen Geschäftstätigkeit in zahlreichen Währungen ergeben sich für den Fresenius-Konzern Risiken aus Wechselkursschwankungen. Zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit emittiert der Fresenius-Konzern Anleihen und Geldmarktpapiere und vereinbart mit Banken im Wesentlichen langfristige Darlehen und Schuldscheindarlehen. Daraus können sich für den Fresenius-Konzern Zinsrisiken aus variabler Verzinsung und Kursrisiken für Bilanzpositionen mit fixer Verzinsung ergeben.

Zur Steuerung der Zins- und Währungsrisiken tritt der Fresenius-Konzern im Rahmen der vom Vorstand festgelegten Limite in bestimmte Sicherungsgeschäfte mit Banken ein, die ein hohes Rating aufweisen. Der Fresenius-Konzern schließt derivative Finanzinstrumente nicht für spekulative Zwecke ab.

Der Fresenius-Konzern führt seine Aktivitäten auf dem Gebiet der derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich unter Kontrolle einer zentralen Abteilung durch. Der Fresenius-Konzern hat dazu in Anlehnung an einschlägige Normen aus dem Bankenbereich Richtlinien für die Risikobeurteilung und die Kontrolle über den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten festgelegt. Diese Richtlinien regeln insbesondere eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf Handel, Abwicklung, Buchhaltung und Kontrolle. Risikolimits werden kontinuierlich beobachtet und gegebenenfalls wird der Umfang der Sicherungsgeschäfte entsprechend angepasst.

Zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken definiert der Fresenius-Konzern für die einzelnen Risikopositionen jeweils einen Richtwert (Benchmark) auf Basis erzielbarer bzw. tragfähiger Sicherungskurse. In Abhängigkeit von den jeweiligen Richtwerten werden dann Sicherungsstrategien vereinbart und in der Regel in Form von Mikro-Hedges umgesetzt.

Das Jahresergebnis des Fresenius-Konzerns wurde nur unwesentlich durch die Ineffektivität von Sicherungsgeschäften beeinflusst, da die Kontraktspezifikationen der Zins- und Devisenkontrakte weitgehend mit den Parametern der entsprechenden Risikopositionen übereinstimmten.

Wertpapiere, die überwiegend in Form von Bundeswertpapieren und Aktien gehalten werden, unterliegen grundsätzlich dem Risiko von Börsenkursänderungen. Die Börsenkurse dieser Wertpapiere werden daher regelmäßig beobachtet, um eventuelle Kursrisiken rechtzeitig erkennen zu können.

Derivative Finanzinstrumente

Management des Währungsrisikos

Für die Finanzberichterstattung ist der Euro Berichtswährung. Daher beeinflussen Translationsrisiken aus der Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften erstellt werden, das im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis und die Darstellung der finanziellen Lage.

Daneben gibt es Transaktionsrisiken einzelner Konzerngesellschaften, die sich vor allem aus in fremder Währung fakturierten Einkäufen, Verkäufen, Engineering- und Dienstleistungen ergeben. Insbesondere werden die in den in- und ausländischen Werken des Fresenius-Konzerns hergestellten Produkte an die Tochtergesellschaften in den verschiedenen Ländern geliefert und grundsätzlich in der Währung der Produktionsstätte fakturiert. Aus diesen Transaktionen resultiert der wesentliche Teil der Transaktionsrisiken. Für diese konzerninternen Lieferungen und Leistungen sind vor allem der Euro, der US-Dollar und der Yen die jeweilige Fakturierungswährung. Dadurch sind die Tochtergesellschaften von Wechselkursänderungen zwischen den Fakturierungswährungen und den Währungen betroffen, in denen sie ihre lokalen Geschäftstätigkeiten durchführen. Ausschließlich zur Sicherung der bestehenden oder zu erwartenden Transaktionsrisiken setzt der Fresenius-Konzern Devisentermingeschäfte und in unwesentlichem Umfang Devisenoptionen ein. Im Zusammenhang mit Darlehen in Fremdwährung tätigt der Fresenius-Konzern in der Regel Devisenswapgeschäfte. Dadurch wird sichergestellt, dass aus diesen Darlehen keine Wechselkursrisiken entstehen.

Zum 31. Dezember 2012 betrug das Nominalvolumen aller Devisengeschäfte 2.950 Mio €. Der Abschluss dieser Devisenkontrakte erfolgte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft und im Zusammenhang mit Darlehen in fremder Währung. Der überwiegende Teil der Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft wurde als Cashflow Hedge bilanziert, während Devisengeschäfte im Zusammenhang mit Darlehen in Fremdwährung teilweise als Fair Value Hedge bilanziert werden. Die Marktwerte der Cashflow Hedges und der Fair Value Hedges betrugen 5 Mio € bzw. - 4 Tsd €.

Der effektive Teil der Marktwertänderungen von Devisenterminkontrakten, die als Cashflow Hedges für geplante Wareneinkäufe und -verkäufe bestimmt und geeignet sind, wird erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) abgegrenzt. Diese Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit den Ergebniswirkungen der entsprechenden Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatzkosten oder als Teil der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten erfasst.

Der Fresenius-Konzern hatte zum 31. Dezember 2012 Devisenkontrakte mit einer maximalen Laufzeit von 35 Monaten im Bestand.

Für die Abschätzung und Quantifizierung der Transaktionsrisiken in fremder Währung verwendet der Fresenius-Konzern ein Cashflow-at-Risk Modell. Als Ausgangsbasis für die Analyse des Währungsrisikos dienen dabei die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Fremdwährungs- Zahlungsströme der nächsten zwölf Monate abzüglich aller getätigten Absicherungen. Im Cashflow-at-Risk Ansatz werden die möglichen Währungsschwankungen dieser Netto-Risikopositionen als Wahrscheinlichkeitsverteilungen dargestellt, die auf historischen Volatilitäten und Korrelationen der letzten 250 Werktage basieren. Die Berechnung erfolgt mit einem Konfidenzniveau von 95 % und einer Haltedauer von bis zu einem Jahr. Im Zuge der Aggregation der Währungsrisiken ergeben sich risikomindernde Effekte durch Korrelationen zwischen den betrachteten Transaktionen, d. h. das Risiko des Gesamtportfolios ist grundsätzlich geringer als die Summe der jeweiligen Einzelrisiken. Zum 31. Dezember 2012 beträgt der Cashflow-at-Risk des Fresenius-Konzerns 43 Mio €, d. h. mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % wird ein möglicher Verlust aus den geplanten Fremdwährungs-Zahlungsströmen der nächsten zwölf Monate nicht höher als 43 Mio € sein.

Management des Zinsrisikos

Die Zinsrisiken des Konzerns erwachsen im Wesentlichen aus den Geld- und Kapitalmarkttransaktionen des Fresenius-Konzerns zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit.

Der Fresenius-Konzern setzt Zinsswaps und in geringem Umfang Zinsoptionen ein, um sich gegen das Risiko steigender Zinssätze abzusichern. Diese Zinsderivate sind überwiegend als Cashflow Hedges designiert und werden abgeschlossen, um Zahlungen aus variabel verzinslichen Verbindlichkeiten in fixe Zinszahlungen umzuwandeln sowie im Hinblick auf die Aufnahme zukünftiger Verbindlichkeiten. Die US-Dollar Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 1.200 Mio US$ (909 Mio €) und einem Marktwert von - 29 Mio US$ (- 22 Mio €) laufen zu verschiedenen Terminen in den Jahren 2013 und 2014 aus. Die Euro Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 676 Mio € und einem Marktwert von - 54 Mio € werden zwischen den Jahren 2013 und 2022 fällig. Der durchschnittliche Zinssatz für die US-Dollar Zinsswaps beträgt 3,25 % und für die Euro Zinsswaps 2,95 %.

Die aus den Swap-Vereinbarungen resultierenden Zinsverbindlichkeiten und Zinsforderungen werden abgegrenzt und als Anpassung des Zinsaufwands zum jeweiligen Bilanzstichtag erfasst. In einzelnen Fällen können im Bereich der Zinssicherungsgeschäfte außerplanmäßige Tilgungen oder die Neuverhandlung von gesicherten Grundgeschäften zur Auflösung (De-Designation) der bis dahin bestehenden Sicherungsbeziehung führen. Die betroffenen Sicherungsgeschäfte werden ab diesem Zeitpunkt erfolgswirksam über die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.

Zur Analyse der Auswirkungen von Änderungen der für Fresenius relevanten Referenzzinsen auf die Ertragslage des Konzerns wird der Anteil der Finanzverbindlichkeiten ermittelt, der originär zu variablen Sätzen verzinst wird und nicht durch den Einsatz von Zinsswaps oder Zinsoptionen gegen einen Anstieg der Referenzzinsen gesichert ist. Für den auf diese Weise ermittelten Teil der Finanzverbindlichkeiten wird unterstellt, dass die Referenzzinssätze am Berichtsstichtag jeweils einheitlich um 0,5 % höher gewesen wären als sie tatsächlich waren. Der daraus folgende zusätzliche jährliche Zinsaufwand wird zu dem Konzernergebnis ins Verhältnis gesetzt. Diese Analyse ergibt, dass ein Anstieg der für den Fresenius-Konzern relevanten Referenzzinssätze um 0,5 % einen Einfluss auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA von weniger als 1 % hätte.

Management des Aktienpreisrisikos

Aus Veränderungen der Aktienpreise von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten existieren Kursrisiken. Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden direkt im Konzern-Eigenkapital erfasst, bis der Vermögenswert abgegangen ist oder eine Wertminderung festgestellt wird. Ein Kursrückgang der bilanzierten Vermögenswerte um 10 % hätte einen Einfluss auf das Eigenkapital der Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA von weniger als 0,2 %.

KREDITRISIKO

Der Fresenius-Konzern ist in Bezug auf Finanzinstrumente dem Risiko ausgesetzt, dass Vertragspartner ihre Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen. Im Hinblick auf derivative Finanzinstrumente wird jedoch erwartet, dass die Vertragspartner ihren Verpflichtungen nachkommen, da es sich bei diesen um Banken handelt, die ein hohes Rating aufweisen. Das maximale Kreditrisiko aus Derivaten ergibt sich aus der Summe der Derivate mit einem zum Bilanzstichtag positiven Marktwert. Am 31. Dezember 2012 bestand kein Kreditrisiko aus Zinsderivaten. Das maximale Kreditrisiko der Währungsderivate betrug 53 Mio €. Das maximale Kreditrisiko aus nicht-derivativen Finanzinstrumenten entspricht dem Gesamtwert aller Forderungen. Das Management des Fresenius-Konzerns analysiert zur Kontrolle dieses Kreditrisikos die Altersstruktur der Forderungen. Zu Details im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wertberichtigungen wird auf Anmerkung 15, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verwiesen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Mittels eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements sowie einer vorausschauenden Evaluierung von Refinanzierungsalternativen steuert das Management des Fresenius-Konzerns die Liquidität des Konzerns. Das Management des Fresenius-Konzerns ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten sowie die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft ausreichen (siehe Anmerkung 22, Darlehen und aktivierte Leasingverträge).

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen nicht-diskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungen (inklusive Zinsen) aus finanziellen Verbindlichkeiten sowie die Marktwerte der Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen und die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente:

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 3 Jahre 3 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
1 Zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31.Dezember 2012 fixierten Zinssätze ermittelt.
Langfristige Darlehen und aktivierte Leasingverträge (inkl. Forderungsverkaufsprogramm)1 640 2.029 2.263 413
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 217 0 0 0
Anleihen 325 1.413 1.356 4.781
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 961 0 0 0
Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 168 55 84 91
Derivative Finanzinstrumente 76 13 6 1
Gesamt 2.387 3.510 3.709 5.286

in Mio € bis 1 Jahr 1 bis 3 Jahre 3 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
1 Zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten wurden auf Basis der zuletzt vor dem 31.Dezember 2012 fixierten Zinssätze ermittelt.
Langfristige Darlehen und aktivierte Leasingverträge (inkl. Forderungsverkaufsprogramm)1 640 2.029 2.263 413
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 217 0 0 0
Anleihen 325 1.413 1.356 4.781
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 961 0 0 0
Anteile anderer Gesellschafter mit Put-Optionen 168 55 84 91
Derivative Finanzinstrumente 76 13 6 1
Gesamt 2.387 3.510 3.709 5.286

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